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Alles Wissenswerte über das Elsass

Regionale Kultur

Das Elsass ist eine Region mit starker Identität. Entdecken Sie den elsässischen Dialekt, die Volkskunst, die Kunstwerke, traditionellen Kostüme sowie die lokalen Gesetze und Eigenheiten

Auch wer nicht zu den leidenschaftlich Geschichtsinteressierten gehört, spürt schon beim ersten Besuch etwas von der reichen historischen Vergangenheit des Elsass. Zahlreiche glückliche und unglückliche Ereignisse haben zu einer starken eigenen Identität in der Region geführt, die viele große elsässische Persönlichkeiten hervorgebracht hat. In der weiten Verbreitung des Dialekts zeigt sich sehr direkt das starke Zugehörigkeitsgefühl vieler Elsässer, welches unter anderem durch das auf zahlreichen Gebieten angewandte lokale Recht verstärkt wird.

Das Elsass ist zudem ein Land der Künste und Kultur. Die Integration vielfältiger Einflüsse in den Werken elsässischer Künstler zeugt von deren geistiger Offenheit und unerschöpflicher Kreativität. Kunst und Kunsthandwerk zeichnet deshalb eine ebenso große Fülle aus wie die regionale Architektur mit zahlreichen Bauten der Renaissance und des Klassizismus. Nicht zu vergessen seien dabei auch die militärischen Bauten, an denen sich die schon immer strategisch wichtige Lage des Elsass in Europa ablesen lässt. Auch das religiöse Kulturerbe birgt wahre architektonische Schätze.

Nicht zuletzt zeugen Reichtum und Vielfalt des ländlichen Lebensraumes von der geographischen und kulturellen Pluralität des Elsass.

 

Der elsässische Dialekt

Eine der letzten noch gesprochenen Regionalsprachen

Elsässisch wird elsassweit sowie in einem Teil des Departements Mosel gesprochen. Dieser Dialekt gehört zu den heute in Frankreich am häufigsten gesprochenen Regionalsprachen. Er ist einer der stärksten Pfeiler der regionalen Identität, dem Erbe zahlreicher historischer Bewegungen.

Ein alemannischer Dialekt

Obwohl der elsässische Dialekt auf die alemannischen Mundarten zurückgeht, unterscheidet er sich vom Deutschen. Zum einen, weil er vor allem eine gesprochene Sprache ist. Zum anderen, weil die Entwicklung unterschiedlich verlief. Das Elsässische übernahm viele Wörter aus dem Französischen. Obwohl es nur in einem begrenzten Gebiet gesprochen wird, weist das Elsässische je nach Gegend Unterschiede auf. Die jenigen, die Dialekt sprechen, brauchen nur wenige Sätze zu wechseln, um zu erkennen, woher ihr Gesprächspartner kommt.

 

 

Regionales Kunsthandwerk

Tonwaren

Die Töpferkunst ist im Elsass weit verbreitet, insbesondere in Betschdorf und in Soufflenheim. In dem Ort Betschdorf werden bemerkenswerte Töpferwaren angeboten, deren Herstellungstechnik seit 1717 unverändert geblieben ist. Sie werden aus einem grauen Ton geformt und mit einem kobaltblauen Dekor versehen, bevor sie im Ofen gebrannt werden. Gegen Ende des Brennvorgangs erhalten sie durch Beigabe von grobem Salz eine Glasur. In Soufflenheim wird das Töpferhandwerk seit der Renaissance praktiziert. Vorherrschende Farben sind gelb, grün oder braun und es werden unterschiedlichste Objekte hergestellt, zum Beispiel Auflaufformen, Gugelhupfformen, Krüge…

Mobiliar

Handgefertigtes elsässisches Mobiliar gibt es in besonderer Fülle und Vielfalt. So befanden sich in fast allen traditionellen Häusern Sitztruhen, Schränke, Baldachinbetten, Buffets und Kachelöfen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts dominieren Tannen-, Kiefern- und Pappelhölzer, die später von Eichenholz und Obstbaumhölzern abgelöst werden. Typisch elsässische Schmuckelemente bestehen oft aus Blumen, Rosetten, geometrischen Motiven, Sternen und Symbolen für den Baum des Lebens. Bei den Farben sind örtliche Unterschiede festzustellen. So werden bei Stücken aus dem Departement Oberelsass in der Regel türkise Untergründe bevorzugt, während die Handwerker des Departements Unterelsass rote und ockerfarbene Untergründe vorziehen. Außerdem sind die Möbelstücke aus dem Oberelsass oftmals mit Schnitzereien verziert, während im Unterelsass Malereien beliebter sind.

Kelsch

Dieser Stoff wurde lange Zeit für die Herstellung von Haushaltstextilien verwendet. Man findet ihn noch oft in Form von rot und blau karierten oder gestreiften Tischdecken. Während Kelsch früher ein Leinen- oder Hanfgewebe war, wird es heute aus einem Mischgewebe aus Leinen und Baumwolle gefertigt. Etymologisch stammt der Begriff „Kelsch“ aus der Stadt Köln, Herkunft des blauen Farbstoffes, der bei der Herstellung dieses Stoffes verwendet wurde. Auch heute noch wird er in Muttersholtz im Elsass gewoben.

Die Schönen Künste: Malerei und Bildhauerei

Malerei

Im 15. Jahrhundert entsteht die Kunst der elsässischen Bildmalerei, insbesondere mit den Werken des aus Colmar stammenden Martin Schongauer. Der Höhepunkt seiner Kunst ist ohne Zweifel das Gemälde „Madonna im Rosenhag“, welches in der Colmarer Dominikanerkirche aufbewahrt wird. Harmonie, Feinheit, Ausgewogenheit und Beherrschung der Farbe sind hier genau zu erkennen. Ein anderes Werk, das man in Colmar besichtigen kann, ist der Isenheimer Altar von Matthias Grünewald im Unterlinden-Museum. Der Künstler ist sehr schnell zum Meister der Darstellung von Volumen und Oberflächen geworden, wodurch die Szenen in seinen Bildern sehr detailreich gearbeitet sind und oft geradezu verfremdet wirken. Das 16. Jahrhundert wird geprägt von den Stillleben des Sebastian Stosskopf, von denen ein großer Teil im Museum der Schönen Künste in Straßburg ausgestellt ist. Im 19. Jahrhundert schafft Gustav Doré, Maler und Illustrator, seine Hauptwerke „L'Enigme“ (Das Rätsel) und „Le Christ quittant le Prétoire“ (Christus, der den Gerichtssaal verlässt), ein 9 Meter breites und 6 Meter hohes Gemälde, welches im Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Straßburg ausgestellt ist. Als begabter Portraitmaler und Zeichner hat Jean-Jacques Henner einige interessante Werke geschaffen, darunter „L'Alsace, province perdu“ (Elsass - verlorene Provinz) und „Fabiola au voile rouge“ (Fabiola mit rotem Schleier). Im 20. Jahrhundert schließlich erscheint Tomi Ungerer, Zeichner und Grafiker aus Straßburg, der schnell eine internationale Karriere einschlägt.

Bildhauerei

Im 19. Jahrhundert schuf August Bartholdi eines der bekanntesten Baudenkmäler der Welt. „Freiheit, die die Welt erhellt“, bekannter unter dem Namen „Freiheitsstatue“ wurde in der Tat im Jahr 1865 von dem aus Colmar stammenden Bildhauer geschaffen. Er schuf außerdem zahlreiche Statuen für seine Geburtsstadt sowie den Löwen von Belfort. Auch der Bildhauer Hans Arp wurde im Elsass geboren. Er war zunächst Dadaist, später Surrealist und schuf Reliefs aus bemaltem Holz, Stickereien und Papiercollagen, bevor er ein Meister der Reliefskulpturen wurde. Die meisten seiner Werke können im Museum für Moderne und Zeitgenössische Kunst in Straßburg besichtigt werden. Es ist aber auch möglich, einige seiner Skulpturen beim einfachen Schlendern durch die Avenue du Général de Gaulle in Straßburg zu berühren und zu bewundern.

 

Traditionelle Trachten

Die berühmte elsässische Trachtenhaube, Symbol der Region, geriet nach 1945 aus der Mode. Heute kann man sie nur noch bei bestimmten kulturellen und touristischen Veranstaltungen bewundern. Die traditionellen Trachten waren je nach Gegend sehr unterschiedlich und spiegelten den sozialen Stand und die religiöse Konfession der Trägerin wider. So trugen die protestantischen Frauen aus dem Norden die Farben ihrer Wahl, während sich die Katholikinnen vom Kochersberg (nordwestlich von Straßburg) ausschließlich in Krapprot kleideten. Einige verzierten ihren Rocksaum mit Samtbändern. Andere, besonders im Süden, kleideten sich mit bedruckten Baumwollstoffen und zu besonderen Gelegenheiten in Seide mit Kaschmirmotiven.

Die elsassweit getragene Schürze war ganz einfach weiß. Sonntags konnte man jedoch auch reich bestickte Schürzen aus Seide oder Samt sehen, die über Rock oder Kleid getragen wurden. Die Hauben waren sehr unterschiedlich. Ab 1840 kamen immer längere Bänder in Mode. Während das Band der protestantischen Frauen ausschließlich schwarz war, war das der Katholikinnen farbig und häufig mit Motiven verziert. Diese Besonderheiten können so manchen überraschen, da die Illustratoren ein falsches Bild von der traditionellen elsässischen Tracht verbreiteten. Nach der Wiedereingliederung des Elsass in Frankreich wurde die Tracht, wie sie von den Illustratoren gezeigt wurde, für die ganze Region übernommen und die frühere Trachtenvielfalt geriet in Vergessenheit.

Lokale Gesetze und Eigenheiten

Lokale Gesetze: ein Blick in die Geschichte

Die Besonderheit des Elsass äußert sich darin, dass hier einigen Sonderbestimmungen gelten. Zumeist stammen diese Bestimmungen aus der Zeit, als das Elsass deutsch war und betreffen hauptsächlich Gesetze über die Jagd, Sozialversicherungen, Urlaubstage, die Kirche oder die im Elsass geltenden Rentenbestimmungen. Sie sind meistens vorteilhafter als die in anderen Regionen Frankreichs geltenden Gesetze. Die Einwohner des Elsass und der Mosel profitieren von zwei zusätzlichen Feiertagen: dem 2. Weihnachtstag (am 26. Dezember) und dem Karfreitag (Freitag vor dem Ostersonntag).  Obwohl es kaum in Frage gestellt wird, ist das lokale Recht nicht starr. Zahlreiche Gesetze werden regelmäßig geändert und aktualisiert.